| Nachruf auf eines der letzten Urgesteine der dentalen Implantologie |
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| Jahrgang | 2009 |
| Ausgabe | Heft 10 |
| Rubrik | Aktuelles |
| Autor | Dipl. Ing. Dr. Helmut B. Engels |
| Intro |
Kurz vor seinem 90ten Geburtstag (08.11.) hat das Herz von Zahnarzt Prof. Dr. Egon Brinkmann für immer aufgehört zu schlagen. Egon Brinkmann wurde am 08.11.1919 als Sohn der Zahnärztin Johanne Brinkmann, deren Eltern auch schon Zahnärzte waren, geboren. Die zahnärztliche Praxis in Oldenburg feierte im Jahre 1997 bereits in der vierten Generation ihr 100-jähriges Bestehen.
Es lag nahe, dass der junge Brinkmann ebenfalls Zahnmedizin studierte und die elterliche Praxis übernahm. Er wurde Vater von zwei Kindern, Anke und Detlef, die ebenfalls heute als Zahnmediziner in Oldenburg tätig sind. Aber nur Kavitäten zu füllen und prothetische Versorgungen anzufertigen, genügte ihm nicht mehr. Er erweiterte sein zahnärztliches Spektrum, indem er Kavitäten in den unbezahnten Kieferknochen bohrte, um diese dann mit Implantaten und Suprakonstruktionen zu versorgen. Im Jahre 1980 wurden von Egon Brinkmann gemeinsam mit der Firma Feldmühle aus einem Aluminium Oxid Keramik-Implantate entwickelt und auf den Markt gebracht – die BIOLOX Schrauben nach Brinkmann. Brinkmann hatte auch neben seiner Praxistätigkeit Zeit, Methodik und Wissen jungen Kollegen in Form von diversen Lehrbüchern, OP-Anleitungen und zahlreichen Veröffentlichungen zur Verfügung zu stellen. Auf vielen Kongressen im In- und Ausland fand man unter den Referenten immer wieder den Namen EGON BRINKMANN. An der Universität in Lima lehrte Dr. Brinkmann seinen Kollegen und Schülern die Implantologie. Die Vorträge bestanden nicht nur aus theoretischen Grundlagen, sondern wurden auch durch praktische Kurse und Live–Operationen untermauert. Für sein wissenschaftliches Engagement erhielt Herr Dr. Brinkmann den Professorentitel. Kurzum Herr Prof. Brinkmann stand an vorderster Front und hat die evolutionären Entwicklungen in der dentalen Implantologie mit bestimmt. 1989 verwirklichte Herr Prof. Brinkmann sein konzipiertes Ziel, nämlich die Gründung des BUNDESVERBANDES DER NIEDERGELASSENEN IMPLANTOLOGISCH TÄTIGEN ZAHNÄRZTE IN DEUTSCHLAND kurz BDIZ genannt. Mit 18 engagierten Kollegen wurde dieser mittlerweile bedeutende Verband ins Leben gerufen, darunter auch die DZOI-Mitglieder Dr. Rolf Briant (Köln), Dr. Hans-Joachim Habermehl (Frankfurt/ Main), Dr. Heiner Jacoby (Arnsberg) sowie der Verfasser. Herr Prof. Brinkmann führte als Vorsitzender den Bundesverband von 1989 bis 1993. Darüber hinaus fungierte Herr Prof. Brinkmann als Generalsekretär des BDIZ und leitete die Geschäftsstelle in Oldenburg bis zum Jahr 2000. Unter seiner tatkräftigen Mitarbeit und auch Beratung wurde der BDIZ im Jahr 2002 in einen europäischen wissenschaftlichen Bundesverband übergeführt und ist heute mit seinen über 4500 Mitgliedern Europas wichtigste implantologische Vereinigung. Auf diesem Symposium in Köln erhielt Herr Prof. Brinkmann die Ehrenmedaille und Ehrenmitgliedschaft des BDIZ EDI. Im Januar 2004 wurde ihm in Oldenburg für seine umfangreichen Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Egon Brinkmann liebte seinen Beruf über alles. Er opferte viel Zeit und scheute keinen Aufwand, den Therapiebereich Implantologie entsprechend zu etablieren. Es gebührt ihm der Dank vieler Kollegen, die ein Stück des Weges gemeinsam mit ihm gegangen sind. Danke Egon Brinkmann, Du warst nicht nur für mich persönlich eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Auch für viele andere Personen in Deinem Umfeld warst Du ein sehr wertvoller und immer hilfsbereiter Mensch.Er war ein unermüdlicher Kämpfer für seine Kollegen und die dentale Implantologie. Wir werden sein Wirken und Tun nicht vergessen. Die Zahnärzteschaft kann stolz auf solche Pioniere sein! Danke! Dipl. Ing. Dr. Helmut B. Engels Am Kurpark 5 - 53177 Bonn – Bad Godesberg - www.dzoi.de |
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